Lebend-Gewebespende

Die Abteilung Gewebespende kooperiert eng mit nationalen und internationalen Entnahme-einrichtungen sowie mit Kliniken, die an Lebend-Spendeprogrammen teilnehmen. Gemeinsam stellen sie sicher, dass humane Transplantate für anstehende Operationen verfügbar sind.

Lebend-Gewebespende

Im Bereich der Lebend-Gewebespende ist es möglich, Hüftköpfe sowie Amnion zu spenden.

Grundsätzlich kann jede Person Gewebe spenden, die das 16. Lebensjahr vollendet hat. Ob das Gewebe für die Entnahme und Verarbeitung zu einem humanen Gewebetransplantat geeignet ist, muss im Einzelfall medizinisch sorgsam geprüft werden. Jede Spende erfolgt unentgeltlich.

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Die endoprothetische Hüftkopfspende

Die Hüftkopfspende erfolgt nach einem Aufklärungsgespräch und dem Einverständnis des Patienten* im Rahmen einer anstehenden Hüftgelenksendoprothetik, dem Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks.

Das bedeutet: Der Hüftkopf, der sonst medizinisch entsorgt würde, wird mit der Entscheidung für eine Spende zur Verfügung gestellt. Dies ist eine einfache Möglichkeit, Menschen mit einem schweren Gewebedefekt zu einer verbesserten Lebensqualität zu verhelfen.

Warum ist die endoprothetische Hüftkopfspende wichtig?

Aus den bei Hüftgelenkoperationen entnommenen Hüftköpfen können verschiedene Knochentransplantate hergestellt werden, die andere Patienten dringend benötigen.

Was geschieht nach der Entnahme des Hüftkopfs?

Die Kliniken senden die gespendeten Hüftköpfe gesammelt und in gefrorenem Zustand an Gewebeeinrichtungen wie das DIZG. Nach ihrem Eintreffen wird zunächst die Temperatur kontrolliert. Erst nach umfangreichen Blutuntersuchungen und der Feststellung der Spendereignung werden die entnommenen Hüftköpfe für die Weiterverarbeitung zu humanen Gewebetransplantaten freigegeben. Zusätzlich erfolgt in der Klinik eine Freigabe durch die verantwortliche Person.


Zitate von Dr. Axel Radelhof (Schön Klinik Hamburg Eilbek), Interview zur Hüftkopfspende, DIZG-Jahresbericht 2023

  • „Wenn sich jedoch niemand in Spendeprogramme einbringt, stehen auch keine Transplantate für die Patientenversorgung bereit.“
  • „Wenn ich etwas am Prozess verändern könnte, wäre es eine verpflichtende Teilnahme für jede Klinik. Das wird sich kaum durchsetzen lassen, auch wenn dann jeder entnommene Hüftkopf zu Transplantaten verarbeitet werden könnte.“

Cover Amnion

Die Amnionspende

Amnion, auch als Eihaut bekannt, wird aus der Plazenta gewonnen, die aus Amnion und Chorion besteht. Dabei ist Amnion die innerste, dem Fetus zugewandte Schicht, bestehend aus Epithel, Basalmembran und Stroma. Als Bestandteil der Fruchtblase kann dieses Gewebe von Schwangeren nach der Geburt ihres Kindes gespendet werden.

Warum ist die Amnionspende wichtig?

Das zu einem humanen Transplantat verarbeitete Amniongewebe zeichnet sich durch eine besondere Eigenschaft aus: Aufgrund seiner hohen Elastizität kann es sich direkt an die Wunde anpassen und eignet sich somit optimal für die Versorgung akuter und chronischer Wunden. Zum Einsatz kommt Amnion in der Gynäkologie, in der Urologie, vor allem jedoch in der Augenheilkunde.

Warum finden bei Gewebespenden Blutuntersuchungen statt?

Um sicherzustellen, dass über das gespendete Gewebe keine Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien übertragen werden, wird jeder potenzielle Spender gründlich auf seine Eignung als Gewebespender untersucht und überprüft. Dies umfasst auch Blutuntersuchungen. Das DIZG testet auf Hepatitis A, B und C, HIV, HTLV und Syphilis. Die für das DIZG durchgeführten Screenings übersteigen sogar die vorgesehenen Anforderungen der EU-Richtlinie 17/2006/EC.

Human-Amnion, getrocknet, DIZG

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Ein Einblick in die Abteilung Gewebespende

1. Gewinnung von Kliniken
1. Gewinnung von Kliniken Um dem steigenden Bedarf an Transplantaten gerecht zu werden, sucht das DIZG nach neuen Kliniken, die an Spendenprogrammen teilnehmen möchten.
1. Eingangskontrolle und Einlagerung
1. Eingangskontrolle und Einlagerung Temperaturmessung der eingehenden Gewebespenden, welche min. -20 °C betragen muss
3. Überprüfung und Sortierung der Dokumente
3. Überprüfung und Sortierung der Dokumente Prüfung auf Vollständigkeit und Vorbereitung für den Abgleich mit den Angaben auf den Gewebespenden
4. Aufrechterhaltung der Kühlung
4. Aufrechterhaltung der Kühlung Das Gewebe wird während des Prüfungsprozesses stetig gekühlt
5. Vergleich der Daten
5. Vergleich der Daten Vergleich zwischen den Dokumenten und den einzelnen Angaben zu den Gewebespenden
6. Kennzeichnung der Gewebe
6. Kennzeichnung der Gewebe Das Gewebe erhält zur Anonymisierung für alle weiteren Herstellungsschritte eine individuelle Nummer
7. Kennzeichnung der Plasmaproben
7. Kennzeichnung der Plasmaproben Plasmaproben erhalten die identische Nummer zum dazugehörigen Gewebe
8. Einlagerung des Plasmas/Gewebes
8. Einlagerung des Plasmas/Gewebes Nach erfolgtem Abgleich werden Gewebe und Plasmaproben zusammen eingelagert
9. Dokumentation der Einlagerung
9. Dokumentation der Einlagerung Kennzeichnung des Einlagerung und Dokumentation des Personals auf dem Protokoll
Sie möchten Gewebe spenden, vorab aber noch mehr erfahren? Unsere Patienteninformationen zur Hüftkopfspende und Amnionspende stehen als Download bereit.
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